Debeka beendet Lastschriften – ohne direkte Info an Kunden

Stand:

Nur nebenbei und versteckt unter einer Info über die Datenschutz-Grundverordnung teilt die Debeka ihren Bausparkunden mit, dass sie die Beiträge für einige zuteilungsreife Verträge nicht mehr per Lastschrift abbucht.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Debeka hat für zuteilungsreife Bausparverträge im Tarif BS1 die vereinbarten Lastschriften gestoppt.
  • Bausparern entgehen dadurch Zinsen und Zinsbonus.
  • Wer weiter sparen möchte, sollte die Beiträge vorsorglich selbst überweisen.
Außenansicht der Debeka-Hauptverwaltung
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Haben Sie dieser Tage auch Post von Ihrer Bausparkasse erhalten? Dann sollten Sie diese Post genau lesen und handeln!

Die Debeka Bausparkasse AG stoppt den vereinbarten Lastschrift-Einzug der Sparraten für zuteilungsreife Bausparverträge im Tarif BS1. Diese Information versteckt die Bausparkasse in einem Informationsblatt zur Datenverarbeitung bzw. zur Umsetzung der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Somit werden viele Bausparverträge derzeit nicht bespart.

Hohe Zinsen sind teuer für Bausparkassen

Die Guthaben vieler älterer Bausparverträge werden noch mit 2 bis 3 % verzinst. Zu dieser Grundverzinsung wird oftmals noch ein Zinsbonus gewährt. Was für die Bausparer eine lukrative Geldanlage ist, wird den Bausparkassen nun zu teuer. Dies zeigt auch eine Untersuchung der Verbraucherzentralen.

Die Debeka Bausparkasse weist ihre betroffenen Kunden nicht darauf hin, dass sie nunmehr die Regelsparbeiträge jeden Monat selbst überweisen müssen. Auch erhält der Text keinen Hinweis unter welchem Betreff die Zahlungen erfolgen sollten. Durch den Stopp des vereinbarten Sparrateneinzuges verhindert die Debeka Bausparkasse ein Ansteigen des Guthabens im Bausparvertrag.  Den Bausparern entgehen damit Zinsen und Zinsbonus.

Nachzahlung kann scheitern

Zudem gibt es Fälle, in denen die Bausparkasse die monatlichen Regelsparbeiträge einmalig im Jahr als Gesamtbetrag eingezogen hat. Wenn dieser Zeitpunkt nicht am Anfang des Jahres liegt, besteht die Gefahr, dass Kunden erst zu diesem Zeitpunkt merken, dass keine Abbuchungen mehr erfolgen. Eine anschließende Nachzahlung des Kunden kann möglicherweise scheitern. Sie könnte von der Bausparkasse als Sonderzahlung eingestuft und abgelehnt werden. Dies hätte zur Folge, dass nur der anteilige Betrag des aktuellen Monats gutgeschrieben und der Restbetrag zurückgewiesen würde.

Die vertraglich vereinbarten Regelsparbeiträge können ohne Zustimmung jeden Monat auf den Bausparvertrag eingezahlt werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät betroffenen Bausparen daher aktuell, den Bausparvertrag selbstständig mittels Dauerauftrag zu besparen. Monatliche Sparzahlung bis zur Regelsparrate dürfen Bausparkassen auch nicht abweisen.

Kündigungswelle bei Bausparverträgen

Bausparkassen kündigen ihren Kunden seit dem Jahr 2007 in mehreren Wellen insbesondere solche Bausparverträge, bei denen sie mit den Kunden hohe Guthabenzinsen vereinbart hatten. Aktuelle Kündigungsgründe der Bausparkassen finden Sie hier.

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