Fragen und Antworten zum Energieausweis

Pressemitteilung vom

Anzeigen in kommerziellen Medien oder Onlineportalen müssen Pflichtangaben des Ausweises enthalten. Werden diese nicht genannt, drohen Bußgelder. Pflichtangaben sind: Art des Ausweises, Endenergiebedarf, wesentlicher Energieträger der Heizung, Baujahr des Gebäudes, Effizienzklasse.

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Cathrin Becker und Christine Mörgen haben Fragen zum Energieausweis beantwortet.

Die ersten Energieausweise haben ihre Gültigkeit verloren. Herrschte damals noch Wahlfreiheit zwischen Energiebedarfsausweis und Energieverbrauchsausweis sind heute die Voraussetzungen in der Energieeinsparverordnung geregelt. Folgende Fragen waren die Wesentlichen:

 

- Wann wird ein Ausweis benötigt?
Grundsätzlich verlangt die Energieeinsparverordnung, dass der Eigentümer bei Verkauf, Vermietung, Verpachtung und Leasing einer Immobilie spätestens bei der Besichtigung einen gültigen Energieausweis oder eine Kopie davon vorlegen muss. Außerdem müssen die wichtigsten Kenndaten beispielsweise die Energieeffizienzklasse bereits in der Wohnungs- bzw. Immobilienanzeige genannt werden. Bei bestehenden Mietverhältnissen braucht der Eigentümer keinen Energieausweis vorzulegen.

- Ich habe bereits einen Energieausweis, der allerdings ausläuft. Muss ich jetzt einen neuen Energieausweis erstellen lassen?
Nur wenn sich die Mieter- oder Eigentümerverhältnisse ändern, müssen Sie einen aktuell gültigen Energieausweis vorlegen.

- Welche Ausweise gibt es?
Der Verbrauchsausweis ermittelt unter Zugrundelegung der Verbrauchsabrechnungen der letzten 3 Jahre und einer Witterungsbereinigung durch Klimafaktoren energiekennwerte, die nutzerabhängig sind, und von daher wenig Rückschlüsse auf den energetischen Zustand des Gebäudes zulassen.
Der Bedarfsausweis ermittelt die energetische Qualität des Gebäudes indem Energiekennwerte unter standardisierten Randbedingungen unabhängig vom Nutzerverhalten und klimabereinigt errechnet werden. Dazu werden bauphysikalische Daten der Gebäudehülle und die Anlagentechnik bewertet. Die Erfassung ist sehr viel aufwändiger als beim Verbrauchsausweis.
Sowohl die Verbrauchsausweise als auch die Bedarfsausweise enthalten Empfehlungen über Sanierungsmaßnahmen um den Energiebedarf des Gebäudes zu verringern.
Im Zweifelsfall empfiehlt die Verbraucherzentrale das Angebot von einem unabhängigen Berater der Verbraucherzentrale prüfen zu lassen.

- Wann brauche ich einen Bedarfsausweis?
Der aussagkräftige Bedarfsausweis ist Pflicht, wenn das Gebäude weniger als 5 Wohneinheiten hat und vor 1977 gebaut wurde und nicht dem Anforderungsniveau der 1. Wärmeschutzverordnung entspricht.  

- Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?
Ich besitze ein Zweifamilienhaus und habe eine Einliegerwohnung vermietet. Mein Energieausweis von 2009 hat ein Verbrauchsausweis und läuft jetzt aus. Was ist zu tun?
Wenn der Bauantrag vor dem 01.11.1977 gestellt wurde, brauchen Sie heute einen Bedarfsausweis sofern ein neuer Ausweis erforderlich ist! Es sei denn mit der Baufertigstellung wurde das Niveau der Wärmeschutzverordnung vom 10.08.1977 bereits erreicht oder nachträglich darauf ertüchtigt. Ein Nachweis der Ertüchtigung wird in der Regel geführt, wenn öffentliche Förderung in Anspruch genommen wird.
Beachten Sie, dass Energieausweise immer nur für das gesamte Gebäude und nicht für eine einzelne Wohnung erstellt werden.

Beratung zu Energieausweis

- Wann darf ein Verbrauchsausweis erstellt werden?
Der Verbrauchsausweis ist nur für Wohngebäude erlaubt, die mehr als 4 Wohneinheiten besitzen oder die nach 1977 gebaut wurden bzw. die Wärmeschutzverordnung vom 10.08.1977 erfüllen. 

- Mein Haus ist denkmalgeschützt!
Denkmalgeschützte Gebäude sind von der Ausweispflicht ausgenommen. 

- Wo finde ich Ausweisersteller?
Wer berechtigt ist einen Energieausweis zu erstellen ist in der Energieeinsparverordnung geregelt. Die Anforderungen erfüllen auf jeden Fall die im Internet in der Expertenliste der KfW eingetragenen Energieberater.
Auskunft erteilt auch gerne die Energieberatung der Verbrauchzentrale.

- Was muss in die Immobilienanzeige?
Anzeigen in kommerziellen Medien oder Onlineportalen müssen Pflichtangaben des Ausweises enthalten. Werden diese nicht genannt, drohen Bußgelder. Pflichtangaben sind: Art des Ausweises, Endenergiebedarf, wesentlicher Energieträger der Heizung, Baujahr des Gebäudes, Effizienzklasse.

Mehr Informationen zum Energieausweis unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de oder www.vz-saar.de. Die unabhängige Energieberatung wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Seit Anfang 2019 ist die Basisberatung kostenfrei. Termine zur persönlichen Beratung können unter 0800 – 809 802 400 (kostenfrei) oder direkt bei einem der 19 Beratungsstützpunkten im Saarland vereinbart werden.

 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.