Fragen zu Drittanbietern auf der Telefonrechnung

Pressemitteilung vom
Off

1. Als ich meine Handyrechnung erhalten habe, musste ich feststellen, dass sie doppelt so hoch war wie sonst. Beim genauen Hinsehen habe ich dann festgestellt, dass zugunsten einer Firma, die ich überhaupt nicht kenne, wöchentlich 4,99 € berechnet wurden. Was hat es damit auf sich?

Dahinter steckt ein Abo, das Sie angeblich abgeschlossen haben. Häufig lauert die Kostenfalle in Werbebannern von kostenlosen Apps, die eher unscheinbar Abos für Klingeltöne, Erotikdienste oder Sonstiges anpreisen. Bei einem Klick darauf merken Sie zunächst nichts. Kassiert wird über die monatliche Mobilfunkrechnung, über die viele Verbraucher erstmals von dem angeblichen Vertragsschluss erfahren. Möglich macht die Masche das sogenannte WAP-Billing (WAP=Wireless Application Protocol). Dieses ermöglicht das unkomplizierte Bezahlen per Smartphone, da keine Konto- oder Kreditkartendaten angegeben werden müssen. Bereits beim Antippen des Werbebanners wird die Rufnummer des Verbrauchers automatisch übermittelt. Mit der können die Anbieter den Mobilfunkanbieter ermitteln und einen Zahlungsvorgang für das angebotene Abo auslösen.

2. Muss ich den Rechnungsbetrag bezahlen? Wie soll ich mich verhalten?

Die Schaltfläche (Button), um das Abo zu aktivieren, muss so beschriftet sein, dass für den Verbraucher die Pflicht zur Bezahlung des Angebots eindeutig erkennbar ist. Andernfalls muss der Verbraucher nicht zahlen. Sie sollten zunächst überlegen, ob Sie ein Abonnement abgeschlossen haben könnten. Wenn Sie das Handy nicht selbst nutzen, sondern einer anderen Person überlassen haben, sollten Sie diese befragen. Hat keiner von Ihnen bewusst ein Abonnement abgeschlossen, sollten Sie den entsprechenden Rechnungsposten binnen acht Wochen beanstanden. Die Beschwerde ist an den Anbieter zu richten, dessen Forderung bestritten wird. Diesen finden Sie auf der Telefonrechnung. Ihren Mobilfunkanbieter müssen Sie ebenfalls informieren. Sie sollten nur den unstreitigen Rechnungsbetrag bezahlen. Über den Rechnungssteller können Sie auch die Überweisung des strittigen Betrags stoppen oder die bereits eingezogene Lastschrift zurückholen. Dabei hilft Ihnen ein Musterbrief der Verbraucherzentrale. Jedes unerwünschte Abo, das auf der Mobilfunk-Rechnung auftaucht, sollten Sie beim (oder über den) Anbieter stoppen unabhängig davon, ob Sie die Abrechnung für rechtmäßig halten oder nicht. Das verhindert, dass die Entgelte auch im nächsten Monat auf der Mobilfunkrechnung erscheinen. Kann das Abo nicht einfach über die Internetseite des betroffenen Anbieters beendet werden, gehen Sie mit einem Einwurf-Einschreiben auf Nummer Sicher.


3. Ich habe bei meinem Mobilfunkanbieter reklamiert. Dieser hat mir aber gesagt, ich müsse erst einmal zahlen und könnte mir dann das Geld bei dem Drittanbieter zurückholen, sonst könnte mein Anschluss gesperrt werden. Ist das richtig?

Nein, das ist nicht richtig. Wenn Sie die strittigen Rechnungsposten innerhalb der 8-Wochen-Frist beanstandet haben, darf Ihr Anschluss nicht gesperrt werden, wenn Sie die Drittanbieterkosten nicht zahlen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Beanstandungsschreiben immer nachweisbar versenden. Wenn Ihnen Ihr Mobilfunkanbieter trotzdem mit einer Sperre droht, informieren Sie Ihre Verbraucherzentrale. Wichtig ist aber, dass Sie den unstreitigen Rechnungsbetrag bezahlen. Wenn Sie den unstreitigen Betrag nicht bezahlen, riskieren Sie eine Sperre des Anschlusses.

4. Wie kann ich mich vor diesen Kostenfallen schützen?

Der beste Schutz ist eine Drittanbietersperre. Hierzu sollte man wissen: Wer eine vollständige Sperre verlangt, kann auch keine nützlichen Dienste mehr, wie z. B. die mobile Buchung von Fahrkarten, per WAP-Billing bezahlen. Wer nicht gänzlich auf WAP-Dienste verzichten möchte, sollte sich daher bei seinem Mobilfunkanbieter informieren, ob eine Teilsperrung eingerichtet werden kann, die nur bestimmte Leistungen wie Abos, Erotikdienste oder bestimmte Drittanbieter betrifft.

5. Wie beantrage ich eine Drittanbietersperre?

Dazu sollten Sie ihren Mobilfunkanbieter auffordern, die Identifizierung Ihres Anschlusses für die Inanspruchnahme oder Abrechnung von Drittanbieterleistungen kostenfrei zu sperren (Drittanbietersperre). Hierzu hält die Verbraucherzentrale einen Musterbrief bereit. Sie sollten darauf achten, dass der Mobilfunkanbieter Ihnen die Einrichtung der Sperre bestätigt, z. B. per Sms, damit Sie genau wissen, ab wann die Sperre greift.


Informationen sowie Musterbriefe finden Sie auf der Internetseite der Verbraucherzentrale www.vz-saar.de sowie in den Beratungsstellen

- Dillingen, Merziger Straße 46, Tel. 06831-976565 ,

- Merzig, Am Gaswerk 10, Tel. 06861-5444 und

- Saarbrücken, Trierer Straße 22, Tel. 0681-500890.

Die Informationen werden gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen des Projektes Wirtschaftlicher Verbraucherschutz.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.