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Kontowechsel - kein Selbstläufer, aber die Mühe wert

Das Girokonto ist das wichtigste Konto. Alle wichtigen und regelmäßigen Buchungen wie Miete, Strom oder das Gehalt werden darüber abgewickelt. Die meisten Verbraucher bleiben für viele Jahre bei der gleichen Bank. Sie scheuen einen Wechsel, obwohl es genügend alternative Angebote auf dem Markt gibt und der Aufwand sich in Grenzen hält.

Münzstapel und Taschenrechner
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Thomas Beutler, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes empfiehlt, regelmäßig zu prüfen, ob das laufende Konto noch zu einem passt. „Steigende Gebühren, ein Umzug oder auch fehlende Geldautomaten im Umfeld können Gründe sein, sich eine neue Bank und ein neues Girokonto zu suchen.“

 

Ein Wechsel ist einfacher, als viele denken. Die neue Bank ist verpflichtet beim Umzug des Kontos zu helfen, es gibt sogar einen gesetzlichen Anspruch darauf. Trotzdem locken die meisten Banken mit einem eigenen, freiwilligen Umzugsservice. „Es ist nachvollziehbar, dass die Bank den eigenen Wechselservice in den Vordergrund stellt, denn damit umgeht sie die beim gesetzlichen Kontowechsel strengen Fristen und Haftungsregelungen“, sagt Thomas Beutler.  Beim gesetzlichen Kontowechsel haftet beispielsweise die Bank, wenn ein Schaden aus einem fehlgeschlagenen Kontenwechsel entsteht. Der Wechsel muss außerdem innerhalb von 12 Werktagen abgeschlossen sein.

 

Der freiwillige Wechselservice der Banken hat im Vergleich zum gesetzlichen den großen Vorteil, dass er einfacher und oft auch bequemer durchzuführen ist. Beim gesetzlichen muss ein etwas umständliches Formular ausgefüllt werden. „Hier sollte die neue Bank aber behilflich sein“ so der Finanzexperte. Der Vorteil beim gesetzlichen Verfahren ist die mit 13 Monaten deutlich längere Zeitspanne, in der rückwirkend Umsätze geliefert werden müssen. So entgeht auch wirklich kein Lastschriftempfänger, der informiert werden sollte. Beim Verfahren der Banken werden die Umsatzdaten dagegen oft nur der letzten drei Monate oder sogar noch kürzer elektronisch geliefert. „Dann muss man  doch noch die alten Kontoauszüge durchforsten.“ so Beutler. Oftmals wird der freiwillige Kontowechselservice auch an Drittanbieter ausgelagert. „Im Sinne der Datensparsamkeit bei Weitergabe personenbezogener Daten sollte auch dies berücksichtigt werden“, warnt Beutler.

 

Wer Fragen hat zum Kontowechsel, kann sich gerne an die Verbraucherzentrale Saarland in Saarbrücken wenden. Termine für eine persönliche Beratung können unter 0681 – 500890 vereinbart werden. Weitere Informationen unter www.vz-saar.de

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.