Verbraucherzeitung Saarland Sonderausgabe 2016

Pressemitteilung vom

Abzocke durch unseriöse Schlüsseldienste, komplizierte Handyrechnungen nach dem Auslandsurlaub oder Probleme mit Handwerkerleistungen:

Off

Abzocke durch unseriöse Schlüsseldienste, Ärger mit dem Stromanbieter, komplizierte Handyrechnungen nach dem Auslandsurlaub oder Probleme mit Handwerkerleistungen: Der Alltag

steckt voller Tücken und Fragen des Verbraucherschutzes – wenn auch häufig unbewusst. Aufklärung rund um diese und viele weitere Themen bietet das Projekt "Wirtschaftlicher Verbraucherschutz" der Verbraucherzentralen. Im Rahmen von Informations- und Präventionsmaßnahmen behandelt das bundesweite Projekt jährlich wechselnde Verbraucherthemen.

Neben vielen kleineren Aktionen und Maßnahmen setzen die Verbraucherzentralen 2016 bundesweit drei Schwerpunkte: Den Auftakt macht eine bundesweite Erhebung und Auswertung von Inkassoschreiben mit dem Ziel, Licht in die Geschäftspraktiken dieser Branche zu bringen. Bereits 2015 werteten die Verbraucherzentralen über 1.400 Fälle zu Inkassodiensten aus und überprüften, inwieweit die gesetzlichen Informationspflichten umgesetzt wurden. In diesem Jahr stehen nun die Höhe und Zusammensetzung der Inkassoforderungen im Fokus.

Klar ist: Inkassodienstleister dürfen nicht höhere Gebühren als Rechtsanwälte verlangen. Bei den Verbraucherzentralen landen aber regelmäßig Schreiben mit überhöhten Inkassovergütungen, da

weitere Kostenpositionen, wie beispielsweise Kontoführungsgebühren und unberechtigte Recherche- und Ermittlungskosten, berechnet werden. In einer bundesweiten Aktion stellen die Verbraucherschützer jetzt gezielt die Gebührenpraxis der Inkassounternehmen auf den Prüfstand und bieten umfangreiche Beratung und Hilfe im Umgang mit solchen Forderungen.

Einem ähnlich großen Feld widmen sich die Aktionswochen "Handwerkerleistungen", die bundesweit zwischen Ende Mai und Mitte Juli durchgeführt werden. Immer wieder werden Aufträge an Handwerker vergeben, ohne genaue Kenntnis darüber, was die Rechte und Pflichten beider Parteien sind: Darf ein Handwerker einen Kostenvoranschlag in Rechnung stellen? Wie verhalte ich mich, wenn ich mit den Leistungen des Handwerkers unzufrieden bin? Was tun, wenn die Rechnung vom Kostenvoranschlag abweicht? Wer haftet, wenn kurz nach erfolgter Leistung bereits erste Mängel auftreten?

Für Abhilfe sorgen hier die Informationsangebote der Verbraucherzentralen rund um Handwerkerleistungen. Diese gibt es sowohl auf den Internetseiten der Verbraucherzentralen als auch bei Informationsständen in Fußgängerzonen und auf regionalen Messen und Aktionstagen.

Darüber hinaus bietet die Lokalzeitung Telefonaktionen mit Experten der Verbraucherzentrale an.

Im Herbst widmet sich das Projekt "Wirtschaftlicher Verbraucherschutz" Schülerinnen und Schülern – eine für Betrugsmachen im Internet besonders anfällige und heftig umworbene Zielgruppe. Sie erhalten Informationen zum sicheren Bedienen von Smartphones und Internetbrowsern.

In einer weiteren Aktion wird die Verbraucherzentrale Jugendliche spielerisch für den Umgang mit dem ersten eigenen Girokonto und grundlegenden Bankgeschäften vorbereiten. Girokonten für Schüler, Auszubildende oder Studierende sind in der Regel kostenlos. Aber: Auch "Gratiskonten" können Kosten mit sich bringen. Wenn zum Beispiel ein Mindestgeldeingang unterschritten wird, verlangen Banken oft Gebühren. Oder es ändert sich ab einem gewissen Alter oder dem Ende der Schule/Ausbildung das Kontomodell oder die Gebührenstruktur. Deshalb macht eine frühzeitige und bewusste Entscheidung Sinn. Es lohnt sich, die unterschiedlichen Bedingungen zu vergleichen

und so das beste Konto für sich zu finden. In Zusammenarbeit mit Schulen stellen Experten der Verbraucherzentrale praxisnah Vor- und Nachteile verschiedener Kontoarten vor, erläutern und

vergleichen die dazugehörigen Preise und Leistungen und diskutieren diese im Hinblick auf mögliche Gefahren. Somit wird das Projekt nicht nur einen Beitrag dazu leisten, die Finanzkompetenz dieser jungen Zielgruppe weiter auszubauen, sondern auch die Entscheidungsfähigkeit bei der Auswahl einer "ersten" Bank zu stärken.

Weitere Tipps und Hinweise zu den genannten Schwerpunktthemen finden sich in der beiliegenden Sonderausgabe der Verbraucherzeitung.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.