Urteil gegen Schlüsseldienst-Firma - Prozess zeigt bundesweites Problem

Pressemitteilung vom

Das Landgericht Kleve hat am 07. August 2018 ein Urteil gegen zwei  Angeklagte gefällt, die seit 2008 eine Schlüsseldienst-Firma betrieben. Die Firma soll innerhalb von 10 Jahren rund 700.000 Aufträge vermittelt haben.
Die Angeklagten wurden unter anderem wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu sechseinhalb bzw. drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

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Die Verbraucherschützer nehmen dieses Strafverfahren zum Anlass, über die Machenschaften unseriöser Schlüsseldienste zu berichten.
Unseriöse Schlüsseldienste nutzen die Notsituation der Verbraucher aus und verlangen Wucherpreise, vereinzelt in vierstelliger Höhe. Wer die Rechnung nicht vor Ort sofort bezahlen will, wird unter Druck gesetzt. Die Verbraucherschützer raten allen Betroffenen, zunächst eine Zahlung auf Rechnung zu verlangen und sich parallel im Falle von überhöhten Forderungen rechtlich beraten zu lassen.
Um solchen überhöhten Preisen und fragwürdigen Angeboten Einhalt zu gebieten, haben die Verbraucherzentralen für Überblick gesorgt: In einer Umfrage wurden 600 seriöse Schlüsseldienste bundesweit nach den Preisen für eine einfache Türöffnung gefragt. Die Ergebnisse wurden pro Bundesland in einen Durchschnittspreis umgerechnet und können auf unserer Webseite unter www.vz-saarland.de eingesehen werden.
Im bundesweiten Mittel bewegen sich die Preise für eine einfache Türöffnung um 70 Euro. Im Saarland wurde ein durchschnittlicher Wert von 82,91 € für die Öffnung tagsüber an Werktagen und 120,38 € für eine Öffnung nachts und an Sonn.- und Feiertagen ermittelt.
Diese sittenwidrige Überhöhung der Preise gibt es nicht nur bei Schlüsseldiensten. Mittlerweile bedienen sich Rohrreinigungsunternehmen und Kammerjäger (z.B. Beseitigung von Wespennestern) dieser Vorgehensweise.

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