Schnelltests auf Corona: Möglichkeiten zu Hause und von Profis

Stand:

Ab sofort hat jeder Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche durch geschultes Personal – je nach Bundesland z.B. beim Hausarzt oder in der Apotheke. Außerdem sind inzwischen Tests für zu Hause im Handel.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schnelltests, die durch geschultes Personal durchgeführt werden, und Selbsttests für zu Hause sind jetzt für immer mehr Menschen in Deutschland verfügbar.
  • Dabei handelt es sich aber nur um eine Momentaufnahme. Schon am nächsten Tag könnte das Ergebnis ein anderes sein. Positive Schnelltests müssen außerdem durch einen deutlich genaueren PCR-Test bestätigt werden.
  • Wichtig bleibt, sich auf ein negatives Ergebnis eines Schnelltests nicht blind zu verlassen. Halten Sie weiterhin die AHA+L Regeln ein.
Hand in blauem Handschuh hält Corona-Schnelltest
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Die Corona-Lockerungen in den Bundesländern sollen durch Schnelltests zusätzlich abgesichert werden. Dazu gibt es inzwischen zwei Möglichkeiten:

  1. Seit dem 8. März soll jeder Bundesbürger, wenn er den Wunsch hat, einmal pro Woche einen Schnelltest von Profis bekommen. Die Kosten dafür übernimmt der Bund. Wer mehr solcher Tests haben möchte, muss dafür bezahlen.
  2. Im Handel gibt es erste Schnelltests für Laien zu kaufen, die Sie zu Hause selbst durchführen können.

Mit einem bestätigten negativen Test kann man z.B. körpernahe Dienstleistungen bei bestimmten Inzidenzen in Anspruch nehmen, bei denen keine Masken getragen werden können, oder, wenn erforderlich, beim Einkaufen ab bestimmten Inzidenzen Click & Meet nutzen.


Der Bund führt nun ähnliche Erleichterungen auch für vollständig Geimpfte und Genesene ein. Aktuelle negative Tests sind dann für diese Personen teils nicht mehr notwendig. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zu den beschlossenen Erleichterungen.


Wer aus einem Risikogebiet oder sogar einem Gebiet mit weit verbreiteten Virus-Varianten nach Deutschland einreist, muss (Stand März 2021) meist bestimmte Tests durchführen lassen. Ein Schnelltest von Profis wird dabei anerkannt, ein selbst durchgeführter Schnelltest für Laien dagegen nicht. Mehr zu dem Thema lesen Sie in unserem separaten Artikel.

1.: "Bürgertestung" – Schnelltest durch geschultes Personal

Seit dem 8. März hat jeder Bundesbürger Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. In der Coronavirus-Testverordnung (TestV) sind die Details zu der geplanten "Bürgertestung" geregelt. Demnach hat jeder Bürger mit Wohnsitz in Deutschland "im Rahmen der Verfügbarkeit von Testkapazitäten" einen Anspruch auf eine Testung pro Woche mittels PoC-Antigen-Test. "PoC-Test" ist die Abkürzung von Point-of-Care-Test - das heißt: ein Test, für den kein Labor beauftragt werden muss und dessen Ergebnis innerhalb von 15 bis 30 Minuten vorliegt. Zum Test gehören ein Aufklärungsgespräch, Entnahme und Analyse der Probe und die Mitteilung des Ergebnisses. Sie erhalten außerdem eine Bescheinigung über das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer Infektion.

Diese Antigen-Schnelltests sind für die professionelle Anwendung vorgesehen und werden von geschultem Personal durchgeführt. Die Umsetzung liegt bei den Bundesländern.

Diese Antigen-Tests sind etwas anderes als die ebenfalls verfügbaren Antikörper-Tests. Bei Antigen-Tests geht es darum, ob jemand aktuell infiziert ist. Bei Antikörper-Tests dagegen wird untersucht, ob eine Person generell schon einmal mit dem Coronavirus infiziert gewesen ist.

Mehr zu Antikörper-Tests lesen Sie in unserem separaten Artikel.

Wo können Corona-Schnelltests durchgeführt werden?

Die Antigen-Schnelltests können z.B. in Testzentren, Apotheken und Hausarztpraxen durchgeführt werden. Aus Kapazitätsgründen können Tests nicht in jeder Apotheke angeboten werden. In den Kommunen werden die entsprechenden Teststellen bekanntgegeben.

Neu in der Testverordnung ist die Möglichkeit, für den öffentlichen Gesundheitsdienst mit Schnelltests auch Rettungs- und Hilfsorganisationen und weitere Anbieter, die eine ordnungsgemäße Durchführung garantieren, zu beauftragen. Dazu müssen die Personen entsprechend qualifiziert und zuverlässig sein. So sind z.B. private Testzentren nicht automatisch bei der kostenlosen Bürgertestung mit dabei, sondern müssten erst vom öffentlichen Gesundheitsdienst beauftragt werden.

Wer übernimmt die Kosten für den Antigen-Schnelltest?

Seit dem 8. März übernimmt der Bund die Kosten für die "Bürgertestung", auf die einmal wöchentlich ein Anspruch besteht.

Darüber hinausgehende Selbstzahler-Schnelltests, die man zur eigenen Absicherung z.B. für einen Besuch machen möchte, sind bei den Anbietern z.B. bei privaten Testzentren oder Apotheken kostenpflichtig. Der Test kostet durchschnittlich 25 bis 45 Euro.

Was ist, wenn das Antigen-Testergebnis positiv ist?

Fällt der Antigen-Schnelltest positiv aus, muss das Ergebnis durch einen PCR-Test überprüft werden. Bis zu einem Ergebnis ist es zur Vermeidung von Infektionen wichtig, dass Sie sich in Selbstquarantäne begeben.

Wichtig zu wissen: Sowohl professionelle Schnelltests als auch Selbsttests für zu Hause bieten immer nur eine Momentaufnahme. Nach einem Test sollte man sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Wichtig ist es auch weiterhin die AHA+L-Regeln einzuhalten. Nach Erkenntnissen von Wissenschaftlern weisen die Tests Schwächen beim Erkennen von Infektionen in der Frühphase auf. Beobachtet werde, so heißt es, dass die Tests nur beim größten Teil der ansteckenden Tage anschlagen: Es kommt ganz darauf an, wann man den Test macht.

Gute Erkenntnisse bieten die Tests, wenn die Viruslast im Körper bereits sehr hoch ist. "Die Schnelltests schlagen erst am Tag eins nach Symptom-Beginn an, da ist man aber schon drei Tage lang infektiös", sagt der bekannte Berliner Virologe Christian Drosten. "Wenn man davon ausgeht, dass eine infizierte Person in der Regel acht Tage lang ansteckend ist, heißt das: An fünf von acht Tagen entdecke ich mit dem Antigentest eine Infektion, an drei Tagen werde ich sie übersehen."

2.: Corona-Selbsttest – Do-it-yourself-Tests für zu Hause

Anders als die Antigen-Schnelltests für die "Bürgertestung", die nur von geschultem Personal durchgeführt werden dürfen, sind auch Corona-Selbsttests für die Eigentestung zugelassen. Mit der Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erste Tests, darunter bislang einen Spucktest, zur Eigenanwendung für Privatpersonen zugelassen.

Die Tests zur Eigenanwendung finden Sie auf der Seite des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Liste wird regelmäßig aktualisiert, da kontinuierlich neue Tests für zu Hause zugelassen werden.

Das BfArM kann auch Medizinprodukte befristet zulassen, die kein reguläres Bewertungsverfahren zur CE-Kennzeichnung durchlaufen haben. Und zwar dann, wenn dies im Interesse des Gesundheitsschutzes liegt. Momentan werden die Selbsttests vom Bundesinstitut für Arzneimittelsicherheit und Medizinprodukte im Wege des befristeten Sonderzulassungsverfahrens zugelassen. Diese Tests für Laien sind an der Sonderzulassungsnummer erkennbar.

Auf der Außenseite der Verpackung eines zugelassenen Selbsttests befindet sich gut leserlich ein Aufdruck über

  1. die Sonderzulassung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte oder
  2. die CE-Kennzeichnung zusammen mit einer vierstelligen Kennnummer der benannten Stelle, wenn eine entsprechende Zertifizierung des Produkts als Selbsttest bereits stattgefunden hat.

Selbsttests für zu Hause können in konkreten Alltagssituationen helfen, etwa wenn man einen Besuch machen möchte. Die Tests sind dann frei verkäuflich verfügbar und können online im Handel oder in Apotheken angeboten werden. Erste Selbsttests sind bereits seit kurzem im Handel.

Bei Online-Bestellungen sollten Sie darauf achten, ob es sich auch tatsächlich um einen Test für die Eigenanwendung, also einen Laientest, handelt oder ob es ein Schnelltest ist, der für die Anwendung durch geschultes Personal vorgesehen ist (das erkennen Sie daran, dass es in den Produkthinweisen z.B. heißt "Nur für medizinisches Personal geeignet" oder "Testdurchführung nur durch medizinisches Fachpersonal"). Überprüfen Sie außerdem, ob der Selbsttest als geprüfter und zugelassener Test auf der Seite des BfArM gelistet ist.

Wie funktioniert der Test zu Hause?

Bei den bisher zugelassenen Testkits für die Eigenanwendung ist ein Nasenabstrich vorgesehen. Die Abstriche können eigenständig aus der vorderen Nase entnommen werden, ein tiefes Eindringen in den Nasenrachenbereich ist nicht notwendig. Es ist davon auszugehen, dass auf absehbare Zeit auch Gurgel-oder Spucktests zugelassen werden.

Der Test weist das Virus-Protein im Sekret nach, sofern eine ausreichende Virusmenge vorhanden ist. Ist das Ergebnis positiv, erscheint nach rund 15 Minuten im Sichtfeld ein zweiter farbiger Strich, ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest.

Was ist im Testkit enthalten?

Bei einem Laientest für einen Nasenabstrich sind im Testkit enthalten:

  • Coronavirus-Antigen-Testkassette
  • Probenröhrchen
  • steriles Teststäbchen
  • Extraktionspuffer
  • Gebrauchsanweisung / Kurzanleitung

Wichtig ist es, sich genau an die Gebrauchsanweisung zu halten. Lesen Sie sich daher vor Testbeginn die ganze Gebrauchsanleitung in Ruhe durch. Organisieren Sie neben dem Testkit noch weitere benötigte Dinge, wie z.B. eine Uhr / Stoppuhr, einen Spiegel und Abfallbehälter. Waschen oder desinfizieren Sie sich zudem die Hände gründlich, bevor Sie mit dem Test starten und wenn Sie fertig sind.

Im Internet kursiert derzeit das Gerücht, die Tupfer in Corona-Selbsttests seien mit Ethylenoxid beschichtet und damit krebserregend. Dieses Gerücht ist falsch. Die Teststäbchen werden nicht beschichtet. Ethylenoxid ist ein Gas, das zur Sterilisation verwendet wird, vor allem von Medizinprodukten, die nicht erhitzt werden können. Da Ethylenoxid bekanntermaßen giftig ist, erfolgt nach der Sterilisation eine mehrstündige Belüftungsphase, nach der die Produkte hinsichtlich Rückständen untersucht werden müssen.

Wie sicher ist der Test?

Auch der Selbsttest ist wie alle Antigen-Schnelltests nur eine Momentaufnahme, d.h. schon am nächsten Tag könnte man Corona-positiv sein. Die Selbsttests haben eine gewisse Fehlerrate. Der Antigen-Schnelltest ist nicht so zuverlässig wie ein PCR-Test. Beim Schnelltest / Selbsttest ist eine größere Menge an Viren erforderlich, um ein positives Ergebnis anzuzeigen.

Ein negatives Testergebnis kann etwa vor einem Besuch der Großeltern zusätzliche Sicherheit geben. Wichtig ist, auch bei einem negativen Testergebnis die Hygieneregeln wie Abstand, Händewaschen, Lüften und Maske-Tragen weiterhin einzuhalten.

Was tun, wenn der Selbsttest positiv ausfällt?

Ist der Test positiv, muss ein PCR-Test zur Bestätigung durchgeführt werden, um sicher zu sein, dass das Ergebnis richtig ist. Nehmen Sie dazu kurzfristig Kontakt mit ihrem Hausarzt auf oder rufen Sie 116 117 an.

Bleiben Sie zu Hause in Quarantäne, bis das Ergebnis des PCR-Tests vorliegt. Nutzen Sie zur Fahrt zum Arzt oder ins Testzentrum nicht den öffentlichen Nahverkehr.

Bei einem Laientest für zu Hause gibt es derzeit keine Meldepflicht, daher kommt es hier auf Ihre Eigenverantwortung an. Vermeiden Sie durch verantwortungsvolles Handeln die Ansteckung Dritter!

Gebrauchte Testkits richtig entsorgen

Nach der Verwendung gehören die einzelnen Bestandteile eines Testkits in drei unterschiedliche Mülltonnen:
  • Gebrauchte Stäbchen, Lösungen und Testkassetten = Restmüll
  • Begleitzettel und Umverpackung (sofern aus Pappe) = Altpapier
  • Plastikbehälter, -tütchen und Umverpackung (sofern aus Kunststoff) = Gelbe Tonne/Gelber Sack
Inhalte eines Corona-Testkits
Tütchen und die Verpackung der Testkassette gehören in die Gelbe Tonne. Testkassette, Stäbchen und Flüssigkeitsbehälter werden im Hausmüll entsorgt. Beipackzettel und der Verkaufskarton sollten im Altpapier entsorgt werden.