Pressemitteilung und Bericht der Marktbeobachtung zur Auswertung der Verbraucherrückmeldungen mit Erfahrungen zu den Energiepreispremsen

Pressemitteilung vom
VZBV-AUSWERTUNG: VERBRAUCHER:INNEN MELDEN PROBLEME MIT DER UMSETZUNG DER PREISBREMSEN
junges Paar sitzt besorgt vor Rechnung

vzbv analysiert mehr als 1.600 Verbrauchermeldungen zu den Entlastungspaketen Strom, Gas und Wärme.

  • Auswertung der vzbv-Marktbeobachtung verdeutlicht Probleme bei der Umsetzung der Energiepreisbremsen 
  • Verbraucher:innen monierten am häufigsten zu hohe Abschläge. 
  • vzbv fordert rasche Korrekturen falsch berechneter Abschläge.
Off

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat mehr als 1.600 Rückmeldungen von Verbraucher:innen zu den Energiepreisbremsen erhalten und ausgewertet. Dabei offenbarte sich eine ganze Bandbreite an Problemen. In der knappen Mehrheit der Fälle (53 Prozent) meldeten die Menschen zu hohe Abschlagsforderungen. Der vzbv fordert die Energieversorger auf, fehlerhaft berechnete Abschlagspläne kurzfristig zu korrigieren und auf erhöhte Abschlagszahlungen zu verzichten.

„Die Energiepreisbremsen sollen die Menschen unbürokratisch entlasten. Vielfach ist das Gegenteil eingetreten: Verbraucher:innen berichteten von überhöhten Abschlagsforderungen, sie wurden schlecht informiert und landeten bei Rückfragen in Hotline-Warteschleifen. Vor allem in Krisenzeiten brauchen die Menschen einen gut erreichbaren Kundenservice. Die vzbvAuswertung offenbart, dass es Energieanbieter gibt, die Probleme bei der Umsetzung der Preisbremsen hatten. Die Bundesregierung muss das Gesetz nachbessern und eindeutiger formulieren, damit die gewünschte Entlastung bei allen Verbraucher:innen ankommt“, sagt vzbv-Vorständin Ramona Pop.

Probleme der Verbraucher:innen

Verbraucher:innen monierten in gut einem Viertel aller im Rahmen der Untersuchung betrachteten Fälle (27 Prozent) falsch berechnete Jahresverbrauchsprognosen. Ihnen war es nach eigener Aussage teils nicht möglich, die Verbrauchsprognosen anpassen zu lassen. Verbraucherzentrale Saarland e.V. VZBV-Auswertung: Verbraucher:innen melden Probleme mit der umsetzung der preisbremsen 2 l 3 Sie meldeten zudem immer wieder Probleme, wenn sie ihren Anbieter zum 1. März 2023 gewechselt haben, dem Starttag der Preisbremsengesetze. Aufgrund einer Gesetzeslücke erhalten diese Verbraucher:innen keine rückwirkenden Entlastungsbeträge für Januar und Februar. Der vzbv fordert, diese Lücke zu schließen und weitere noch bestehende Unklarheiten in den Preisbremsengesetzen zu beseitigen.

Höhere Abschläge bei eprimo rechtswidrig

Auf juristischem Weg konnte der vzbv mittlerweile höhere Abschlagsforderungen beim Energieversorger eprimo stoppen. Das Landgericht Frankfurt am Main gab am 30. Mai dem Antrag einer einstweiligen Verfügung des vzbv gegen eprimo statt. Für diesen Vorgang halfen die Rückmeldungen und Hinweise der Verbraucher:innen.

Hintergrund zur Auswertung der Beschwerden

Für die Untersuchung griff der vzbv auf zwei Datenquellen zurück: Zum einen auf Rückmeldungen aus einem Verbraucheraufruf zu den Erfahrungen mit den Entlastungspaketen für Strom, Gas und Wärme. Die Rückmeldungen erfolgten über ein Online-Formular auf der Webseite der Verbraucherzentralen. Hier gab es zwischen dem 27. Februar 2023 und dem 1. Juni 2023 insgesamt 1.348 Meldungen von Verbraucher:innen. Zum anderen wurden Rückmeldungen aus dem Frühwarnnetzwerk (FWN) der Verbraucherzentralen und des vzbv ausgewertet. Zwischen dem 1. März und dem 1. Juni 2023 wurden 276 Fälle im thematischen Zusammenhang mit den Entlastungspaketen/Preisbremsen in das FWN gemeldet und anschließend ausgewertet.

Beim Frühwarnnetzwerk handelt es sich um ein qualitatives Erfassungsund Analysesystem für auffällige Sachverhalte aus der Verbraucherberatung. Grundlage stellt eine ausführliche Sachverhaltsschilderung durch Beratungskräfte dar, die eine Kategorisierung sowie eine anschließende qualitative Analyse ermöglicht.

Eine Quantifizierung der Daten aus dem Frühwarnnetzwerk heraus bzw. ein Rückschluss auf die Häufigkeit des Vorkommens in der Verbraucherberatung oder in der Gesamtbevölkerung insgesamt ist daher nicht möglich. Gleiches gilt für den Verbraucheraufruf.

DIE AUSWERTUNG SPIEGELT DIE SITUATION VIELER VERBRAUCHER:INNEN AUCH IM SAARLAND WIDER

„Die Umsetzung der Energiepreisbremsen ist neben der Frage der Verbraucherzentrale Saarland e.V. VZBV-Auswertung: Verbraucher:innen melden Probleme mit der umsetzung der preisbremsen 3 l 3 Rechtmäßigkeit von Preiserhöhungen ein Schwerpunkt in der Beratung der Verbraucherzentrale Saarland. Allein die Berechnung der individuellen Entlastungsbeträge ist für viele Energiekunden nicht einfach“, sagt Eva Ludwig, Juristin bei der Verbraucherzentrale Saarland. Die Auswertung des vzbv bestätigt auch für das Saarland, dass die Höhe der Abschläge für Energie ein wesentliches Problem vieler Haushalte darstellt.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Ratgeber-Tipps

Klimafreundlich bauen und sanieren
Beim Haus der Zukunft spielen die richtigen Baustoffe und auch die passende Haustechnik eine wichtige Rolle. Ziel ist…
Energieprojekt
Kopf aus Glas mit Tabletten und Pillen

Endlich Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe?

Es ist eine langjährige Forderung der Verbraucherzentralen: Einheitliche europäische Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln.
Hausfront mit mehreren Balkonen mit Steckersolarmodulen

Neue Gesetze und Normen für Steckersolar: Was gilt heute, was gilt (noch) nicht?

Für Balkonkraftwerke gelten zahlreiche Vorgaben, die politisch oder technisch definiert sind. Was ist heute erlaubt und was nicht? Verschaffen Sie sich einen Überblick über Änderungen und Vereinfachungen.
Logos der Apps Facebook und Instagram auf einem Smartphone

Abo für Facebook und Instagram: Neue Klage gegen Meta

Geld bezahlen oder personalisierte Werbung sehen: Vor diese Wahl stellen Facebook und Instagram ihre Mitglieder seit November 2023. Die Verbraucherzentrale NRW klagt jetzt in einem zweiten Verfahren gegen den Betreiberkonzern Meta. Ein erstes Verfahren war bereits erfolgreich.