Wer morgens seinen Kaffee trinkt, verbraucht neben den rund 200 Millilitern Flüssigkeit zusätzlich noch 150 Liter Wasser pro Tasse. Das ist das Wasser, das für den Anbau und die Verarbeitung der Kaffeebohnen benötigt wird. Für Verbraucher:innen bleibt das „virtuelle Wasser“, wie Fachleute es bezeichnen, jedoch unsichtbar.
„Virtuelles Wasser“ beschreibt die Wassermenge, die bei der Herstellung eines Produkts benötigt oder durch Verschmutzung unbrauchbar wird. „Ein großer Teil unseres verbrauchten Wassers kommt also nicht aus dem Hahn, sondern steckt in den Produkten, die wir täglich konsumieren“, sagt Theresia Weimar-Ehl, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Saarland. Während der direkte Trinkwasserverbrauch in Deutschland seit den 1980er Jahren auf etwa 126 Liter pro Person und Tag gesunken ist, liegt der gesamte Wasserverbrauch inklusive virtuellem Wasser durchschnittlich bei 7.200 Litern täglich.
Lebensmittel mit hohem Wasserverbrauch
Viele Lebensmittel benötigen große Mengen Wasser in der Produktion. So stecken in einer Tasse Kaffee rund 150 Liter, in einem Kilogramm Käse etwa 6.000 Liter und in einem Kilogramm Rindfleisch sogar bis zu 20.000 Liter Wasser. „Vor allem tierische Produkte haben einen hohen Wasserbedarf, weil Wasser sowohl für Futtermittel als auch für Tierhaltung und Verarbeitung benötigt wird“, erklärt Theresia Weimar-Ehl.
Globaler Handel verlagert Wasserverbrauch
Durch den globalen Handel werden viele Produkte dort produziert, wo die Herstellung besonders günstig ist – häufig auch in Regionen mit knappen Wasserressourcen. Deutschland gilt deshalb als Wasserimporteur, weil ein großer Teil des virtuellen Wassers im Ausland verbraucht wird.
Ein Beispiel ist der intensive Obst- und Gemüseanbau rund um die spanische Stadt Almería, aus der etwa zehn Prozent der deutschen Importe stammen. „Trotz moderner Bewässerungssysteme führt der hohe Wasserbedarf dort zu sinkenden Grundwasserspiegeln“, sagt Weimar-Ehl. Auch in Kenia wird für den Export, etwa für Blumen, Wasser aus wichtigen Seen entnommen, während viele Menschen im Land unter Wasserknappheit leiden.
Das können Verbraucher:innen tun
Verbraucher:innen können mit ihren Kaufentscheidungen dazu beitragen, Wasser zu sparen, indem sie …
- ... regional und saisonal einkaufen.
- ... mehr pflanzliche Lebensmittel wählen.
- ... Lebensmittelverschwendung vermeiden
- ... bewusster und nachhaltiger konsumieren.
Denn Wasser ist nicht nur das, was aus dem Hahn kommt. Ein bewusster Einkauf kann einen wichtigen Beitrag zum Schutz der weltweiten Wasserressourcen leisten.