Wegen Krankheit entfällt die offene Sprechstunde der Schuldner- und Insolvenzberatung (jeden 3. Donnerstag im Monat) bis auf Weiteres.

Post vom Fake-Anwalt

Pressemitteilung vom
Derzeit erhalten Verbraucher:innen im Saarland per Post betrügerische Forderungen einer angeblichen Rechtsanwaltskanzlei. Besonders ältere Menschen geraten dabei ins Visier. Die Verbraucherzentrale Saarland warnt dringend davor, auf diese Schreiben zu reagieren.
  • Vorsicht bei Zahlungsaufforderungen für vermeintlich mündlich abgeschlossene Verträge
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3.775 Euro – diese Summe soll Herr Müller aus Noswendel* einem Unternehmen wegen eines angeblich am Telefon abgeschlossenen Vertrags schulden. Das besagt zumindest der Brief, der vor ihm auf dem Tisch liegt. Die Post stammt aus Mannheim – von der vermeintlichen Kanzlei „Krüger & Partner“. Konkrete Angaben zu Vertrag, Vertragspartner oder erbrachter Leistung fehlen allerdings vollständig. Eine kurze Zahlungsfrist und die Androhung gerichtlicher Schritte setzen Herrn Müller zusätzlich unter Druck.

„Auffällig ist, dass auch keine Bankverbindung angegeben wird. Stattdessen sollen die Betroffenen selbst Kontakt mit der angeblichen Kanzlei aufnehmen“, erklärt Elif Tanto, Juristin bei der Verbraucherzentrale Saarland, das Vorgehen der Fake-Kanzlei.

Fehlende Vertragsnachweise und unklare Angaben

Recherchen der Verbraucherzentrale zeigen: Die angebliche „Kanzlei Krüger & Partner“ und sogar die angegebene Straße existieren in Mannheim nicht. Im bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis ist kein Eintrag zu finden. „Zudem weist das Schreiben typische Merkmale eines Betrugs auf: einen unprofessionellen Briefkopf, fehlende Vertragsnachweise und unklare Angaben zum angeblichen Auftraggeber“, erklärt Elif Tanto.

Was können Betroffene tun?

Die Masche zielt darauf ab, dass die Empfänger:innen in Kontakt mit dem Absender treten, vor allem per Telefon. Während des Gesprächs versuchen die Täter vermutlich, persönliche Daten zu erlangen oder den Ahnungslosen neue Verträge unterzuschieben. Daher empfiehlt die Verbraucherzentrale Saarland Betroffenen:

  • Ruhe bewahren
  • Schreiben sorgfältig prüfen
  • Keinesfalls Kontakt mit der angeblichen Kanzlei aufnehmen

Herr Müller hat sich mit seinem Fall an die Verbraucherzentrale Saarland gewandt. Dorthin können sich auch alle Betroffenen wenden, die ebenfalls ein solches Schreiben erhalten haben.

*Name und Ort geändert
 

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