Buchungsportal pleite: Was ist zu tun?

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Im Internet eine Individualreise zu buchen ist meistens bequem. Aber was ist, wenn Ihr Vertragspartner pleite ist? Erst kürzlich hat amoma.com verkündet, insolvent zu sein. Unsere Handlungsempfehlungen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wird ein Reiseanbieter nach Ihrer bezahlten Buchung zahlungsunfähig, erkundigen Sie sich vor dem Reiseantritt bei den Transportgesellschaften und Unterkünften, ob Ihr Geld dort angekommen ist und Sie wirklich anreisen können.
  • Haben Sie per Kreditkarte oder Lastschrift bezahlt, können Sie Ihr Geld unter Umständen zurückbuchen lassen.
  • Andernfalls müssen Sie im Insolvenzverfahren Ihre Ansprüche auf Erstattung Ihrer Zahlung beim Insolvenzverwalter anmelden.
Schreiender Mann mit Sonnenbrille und Laptop am Swimmingpool
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Im Oktober 2019 stehen sechs Reisende aus Nordrhein-Westfalen an der Rezeption ihres gebuchten Hotels und dürfen nicht einchecken. Ihre Zimmerreservierung wurde storniert, denn das Buchungsportal amoma.com hatte ihre Zahlungen nicht weitergeleitet. Der Anbieter aus Genf in der Schweiz ist pleite. Wir erklären, welche Möglichkeiten und Rechte Sie in so einem Fall haben:

Tipps zur Buchung einer Reise

Wenn Sie eine Reise buchen und im Voraus bezahlen sollen, besteht immer eine gewisse Gefahr. Zahlen Sie wenn möglich per Kreditkarte oder Lastschrift. Falls es nämlich Probleme mit Ihrer Buchung geben sollte, können Sie gegebenenfalls das gezahlte Geld wegen nicht erbrachter Leistung zurückholen. "Charge back" heißt das Prinzip. Dafür haben Sie bei Lastschriften acht Wochen nach der Abbuchung Zeit. Bei Kreditkarten und Zahlungsdiensten können andere Fristen gelten, nach denen Sie sich bei den entsprechenden Anbietern erkundigen sollten. Achtung: Es kann allerdings passieren, dass der Insolvenzverwalter später Zahlungen wieder einfordert.

Tipps vor Reiseantritt

Haben Sie Transfers und Übernachtungen über einen zahlungsunfähigen Anbieter gebucht, erkundigen Sie sich vor Reiseantritt bei der Bus-, Bahn- oder Fluggesellschaft und bei Ihrer gebuchten Unterkunft, ob Ihr Geld weitergeleitet wurde und Sie wirklich reisen können. Falls nicht, können Sie – falls noch erreichbar – Ihren Vertragspartner (das Buchungsportal) kontaktieren und um eine schriftliche Bestätigung darüber bitten, dass er keine Leistung mehr erbringen wird. Dann können Sie kostenlos vom Vertrag zurücktreten. Haben Sie eine Reiseversicherung abgeschlossen, melden Sie sich dort, um Ihren entstandenen Schaden ersetzt zu bekommen.

Tipps für Probleme während der Reise

Sind Sie bereits in Ihrer Unterkunft und erfahren dort, dass Ihre Buchung storniert wurde, weil der Veranstalter kein Geld gezahlt hat, können Sie dort eventuell erneut Zimmer buchen, sofern verfügbar. Kosten, die Ihnen dadurch entstehen, können Sie vom Buchungsportal als Schadenersatz einfordern. Hat das Unternehmen bereits Insolvenz angemeldet, müssen Sie Ihre Forderung in der Insolvenztabelle anmelden. Sie wird vom Insolvenzverwalter geführt. Den können Sie zum Beispiel im Insolvenzregister des Europäischen Justizportals ermitteln.